Rechtsanwalt
Christian Lukas
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Erfahrener Strafverteidiger

Rechtsanwalt Lukas | Martinskloster 9 | 99084 Erfurt

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Der Ablauf einer Verhandlung im Strafrecht gestaltet sich folgendermaßen:

1. Zunächst betreten allen Beteiligten den Saal, auch die geladenen Zeugen.

Vor dem Richtertisch befindet sich rechts und links im Winkel von 90 Grad jeweils (mindestens) ein Tisch für Staatsanwaltschaft und Angeklagten. Die Staatsanwältin oder der Staatsanwalt nimmt im Regelfall auf der Fensterseite des Saales Platz, gegenüber der Angeklagte mit seinem Verteidiger. In der Mitte dazwischen, gegenüber der Richterin/dem Richter befindet sich ein kleiner Tisch mit einem Stuhl. Dies ist der Platz für aussagende Zeugen. Weiter hinten im Saal befinden sich schließlich die Zuschauerplätze, denn die Verhandlung gegen volljährige Angeklagte ist grundsätzlich öffentlich.

Wenn Richterin oder Richter den Saal betreten, erheben sich alle Anwesenden von Ihren Plätzen und warten die Aufforderung des Gerichts ab, bevor sie sich wieder setzen. Kopfbedeckungen sollten abgenommen werden, Essen und Trinken während der Verhandlung wird grundsätzlich nicht gern gesehen, dies gilt sowohl für Beteiligte als auch für Zuschauer. Mobiltelefone (Handys) sind selbstverständlich lautlos zu stellen oder auszuschalten.

2. Der/die Vorsitzende (Richterin/Richter) eröffnet die Verhandlung und stellt fest, ob alle geladenen Personen anwesend sind.

Wichtig ist, dass Zeugen sich zu erkennen geben, auch wenn sie erst für später geladen sind, Die Zeugen werden dann meist belehrt und müssen bis zu ihrer Vernehmung den Sitzungssaal wieder verlassen. Zeugen die nicht unentschuldigt nicht erscheinen erwartet ein Ordnungsgeld von mehreren einhundert Euro. Auch Zeugen können bei Weigerung zur Teilnahme an der Verhandlung durch die Polizei vorgeführt werden!

3. Anschließend werden die Personalien der/des Angeklagten erörtert.

Bei Unklarheiten fragt zunächst das Gericht, anschließend  bekommt die Staatsanwaltschaft das Fragerecht, hiernach der Verteidiger und zum Schluss darf der/die Angeklagte eigene Fragen stellen. Diese Reihenfolge gilt für die gesamte Verhandlung, insbesondere bei der späteren Zeugenvernehmungen.

4. Die Staatsanwältin oder der Staatsanwalt verliest sodann die Anklageschrift.

Dabei ist selten die Staatsanwältin oder der Staatsanwalt anwesend, von der/dem die Anklageschrift unterzeichnet wurde. Die Staatsanwaltschaften nutzen einen sogenannten Sitzungsdienst, d.h. alle Verhandlungen an einem Tag vor einem Gericht werden vom Sitzungsvertreter vertreten.

5. Nun beginnt der wichtigste Teil der Hauptverhandlung. 

Die/der Angeklagte vom Gericht über sein Aussageverweigerungsrecht belehrt und darüber, dass es ihm freisteht, sich zur Sache zu äußern. Sofern dies so mit dem Verteidiger abgesprochen wurde, wird die/der Betroffene nun eine Aussage machen, juristen sprechen von "sich zur Sache einlassen". Aus einem Schweiden des Betroffenen dürfen durch das Gericht keine negativen Schlüsse gezogen werden.

Wenn dieser Bereich abgeschlossen ist, wird in die Beweisaufnahme eingetreten, d.h. es werden im Wesentlichen die Zeugen vernommen.

Jeder Zeuge wird einzeln und in Abwesenheit anderer Zeugen vernommen. Sofern ihm kein Zeugnisverweigerungsrecht zusteht, ist der Zeuge zur Aussage verpflichtet. Er/sie muss wahrheitsgemäß aussagen, andernfalls macht sich der Zeuge strafbar, auch ohne Eid! Der Zeuge schildert zunächst seine Erinnerung frei und wird anschließend befragt. Zum Abschluss wird der Zeuge entlassen und darf nunmehr die Verhandlung weiter verfolgen, oder gehen. Kosten des Zeugen, wie Fahrtkosten oder Verdienstausfall werden erstattet. Lesen Sie auch unsere Hinweise für Zeugen im Gerichtsverfahren. 

Anschließend werden noch bestimmte Urkunden verlesen, beispielsweise ein Auszug aus dem Bundeszentralregister.

6. Nun halten zunächst die Staatsanwältin/der Staatsanwalt und anschließend der Verteidiger ihre Schlussvorträge, die Plädoyers.

Dabei wird von beiden Seiten, Anklage und Verteidigung, zusammengefasst, wie sich die Sache aus ihrer jeweiligen Sicht zugetragen hat. Die Glaubwürdigkeit der Zeugen wird gewertet und ein Antrag auf Aussprach einer bestimmten Strafe oder eines Freispruchs an das Gericht gestellt.

7. Die/der Angeklagte erhält abschließend nochmals Gelegenheit, sich zu äußern, anschließend zieht sich das Gericht zur Beratung zurück.

Der Angeklagte hat das letzte Wort.

8. Nach Abschluss dieser Beratung verkündet das Gericht wieder im Beisein der Beteiligten und öffentlich das Urteil.

 Hierbei erheben sich wieder alle Anwesenden von ihren Plätzen. Das Urteil wird vollständig vorgetragen und die Gründe in kurzer Form vorgebracht. Die vollständige und ausführliche Abfassung des schriftlichen Urteils erfolg später.

Muster eines schriftlichen Urteils

Informationen zur Bewährung

Nach Verkündung des Urteils haben sowohl die Staatsanwaltschaft als auch der/die Angeklagte oder Verteidiger eine Woche Zeit, gegen das Urteil Rechtsmittel, also Berufung oder Revision, einzulegen.

Übrigens: Auch wenn eine Verurteilung zu einer Freiheitsstrafe erfolgt, wird der Verurteilte nicht sofort in die Haftanstalt geführt. Sie/Er wird später zum Haftantritt geladen.

 

 

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